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Ich bin dann mal weg – mein letzter Arbeitstag

Letzter Arbeitstag

6:30 Uhr

Heute stehe ich früh auf. Ich habe mir vorgenommen noch einen Kuchen zu backen. Für meine Kollegen. Heute an meinem letzten Arbeitstag. Süßkram und Sekt liegen schon zum Mitnehmen bereit. Zum Bäcker wollte ich auch noch. Vorher aber noch Mila in die Kita bringen. Sie wird morgen ihren letzten Kitatag haben. Hatte ich dafür schon alles besorgt? Ja. Wer holt Mila heute eigentlich ab? Ich werde sie nicht abholen können. Ich stelle mich auf open end ein. Ich will mich von jedem verabschieden. Ach ja, die Oma holt Mila ab. Meine Gedanken rasen. Und irgendwie bin ich aufgeregt. Warum eigentlich? Weil ich keine Verabschiedungen mag. Und auch wenn ich mich darüber freue, dass es mein letzter Arbeitstag ist, ist es trotzdem komisch.

 

11:00 Uhr

Ich bin in der Agentur angekommen. Mit Kuchen. Der ist sogar noch warm. Ich baue in der Küche alles auf. Meine Kollegin und Freundin hilft mir. Wir trinken erst mal einen Sekt. Zur Beruhigung. Ich habe auch ein paar selbst gestaltete Visitenkarten von diesem, meinem Blog dabei. Ich verteile ein paar auf dem Kuchentisch. Und höre innerlich schon die Kommentare dazu aus der Grafikabteilung …

 

12:30 Uhr

Offizieller Verabschiedungsteil. Alle stehen in der Küche und ich im Mittelpunkt. Das ist so gar nicht meins. Deshalb trinke ich mal lieber noch ein Glas Sekt. Ich bekomme einen riesigen Blumenstrauß. Und ein echt cooles Geschenk. Den Reiseführer des Zufalls. „Ein Affront gegen die Komfortzone“ wie hinten so schön draufsteht. Wow, ich bin beeindruckt. Da hat sich jemand echt Gedanken gemacht. Und darüber freue ich mich am meisten.

„Sehr schade, dass du gehst. Aber meld dich nach deiner Reise. Vielleicht magst du ja zurückkommen.“ Puh, ich bin gerade echt überfordert und kann dazu nichts sagen. Stehe ein bisschen neben mir. Noch ein Sekt. Äußerlich merkt man mir glaube ich nichts an. Im Zusammenreißen bin ich nämlich echt gut. Dann kommen viele Fragen zu meiner Reise. Sehr gut. Dazu kann ich viel erzählen.

 

14:00 – 20:00 Uhr

Ich erledige noch ein paar Dinge. Schreibe die letzten Rechnungen. Kunden rufen an oder ich rufe sie an. Um mich zu verabschieden. Ich mache noch Jobübergaben und hoffe, dass ich nichts vergesse. Die Zeit rast an diesem Tag besonders.

Ich verabschiede mich peu à peu. Alle gehen bei uns zu unterschiedlichen Zeiten. Ich muss mich also nicht von allen gleichzeitig verabschieden. Das ist gut. „Wir bleiben in Kontakt.“ „Auf jeden Fall!“ Und ich bin mir sicher, dass das kein Blabla ist. Und ich rede und erzähle und rede. Kann man vom Reden high werden? Ein Wortzähler wäre an diesem Tag mal interessant gewesen.

Ich lösche die letzten Sachen von meinem Laptop und gebe ihn ab. Genau wie meinen Schlüssel. Und da kommt plötzlich ein ganz komisches Gefühl. Jetzt bin ich raus. Ab jetzt müsste ich klingeln. Wie ein Besucher. Und nicht mehr wie ein Dazugehöriger.

Neun Jahre habe ich mit den meisten meiner Kollegen zusammengearbeitet. Man kennt sich einfach gut. Ein bisschen traurig bin ich schon. Es ist exakt 50:50. Ich bin wirklich sehr froh meinen Job nicht mehr machen zu müssen. Es ging einfach nicht mehr. Aber meine Kollegen werde ich bestimmt vermissen.

 

Ich denke an die 3-Wochen-3-Monate-3-Jahre-Fragen. Hilft sehr gut, wenn man eine Entscheidung treffen muss. Funktioniert so:

Du fragst dich, „Wenn du das tust,

  • wie wirst du dich in drei Wochen fühlen?
  • wie wirst du dich in drei Monaten fühlen?
  • wie wirst du dich in drei Jahren fühlen?“

Und auf die Antwort der letzten Frage kommt es an. Wenn die positiv ausfällt, solltest du es tun. Der Anfang ist eben oft schwer.

 

20:00 Uhr

Ich sitze im Auto und stehe immer noch neben mir. Ich hoffe, ich komme gut nach Hause. Zumindest ist um diese Zeit kein Stau mehr. Ha! Den werde ich garantiert nicht vermissen.

 

21:00 Uhr

Ich bin zu Hause und bringe Mila ins Bett. Ich versuche mich darauf zu konzentrieren, was sie mir erzählt. Sie ist auch aufgeregt, weil sie ja morgen ihren letzten Kitatag hat. Es fällt mir schwer ihr zuzuhören. Aber ich versuche mein Bestes.

 

22:00 Uhr

Ich liege im Bett. Völlig platt. Meine Gedanken rasen kreuz und quer. Wie wird das wohl alles? Dann schlafe ich ein.

 

Und morgen? Morgen beginnt der erste Tag meines neuen Lebens.

 

 

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