Grüner BereichPlastik- und Müllvermeidung

Plastik- und Müllvermeidung im Alltag – Einkaufen im Supermarkt

Frisches Obst und Gemüse und Milch in Glasflaschen

(Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung.)

Wie wir es machen

Im Supermarkt komplett plastikfrei einkaufen ist schier unmöglich, wenn es nicht gerade ein Unverpackt-Laden ist. Im Discounter noch weniger (da wechseln wir immer). Aber du kannst darauf achten, dass der Einkauf plastikreduziert ist. Hier einmal acht persönliche Tipps bzw. wie wir es machen:

 

 

Rucksack, Jutebeutel und Co. statt Tüten vom Supermarkt

Das ist eigentlich das Einfachste und habe ich im Beitrag: 5 einfache Dinge, die du tun kannst, um Plastikmüll zu vermeiden schon aufgeführt. Wenn ich nur mal ein bisschen was hole, habe ich immer meinen Rucksack und ein, zwei Jutebeutel dabei. Machen wir einen Großeinkauf mit dem Auto (manchmal geht’s nicht anders), haben wir eine große Kiste, in die wir die Einkäufe legen.

 

 

Mehrwegglas statt Plastik

Bevor ich etwas in den Wagen lege, das in einer Plastikverpackung steckt, schaue ich erstmal, ob es das nicht auch im Glas, bestenfalls im Mehrwegglas gibt. Typische Sachen sind hier Milch und Joghurt. Das gibt’s bei uns fast nur noch im Glas. Ich sage fast, weil wir immer ein paar Packungen Milch in Reserve bei uns in der Kammer stehen haben. Wir holen unsere Milch in Mehrwegglasflaschen frisch von der Marktschwärmerei (Details dazu siehe unten). Mehr als zwei Liter können wir aber nicht holen, da die Frischmilch nur fünf Tage hält. Für die restlichen zwei Tage der Woche und bis wir wieder zur Marktschwärmerei können (diese wird einmal die Woche angeboten), greifen wir auf die Tetra Paks zurück. Manchmal schaffe ich es noch in den Bio-Supermarkt zu gehen und dort die Milch in der Glasflasche zu holen.

Ich versuche aber gerade unseren Milchkonsum zu reduzieren, da Milch ja leider nicht so gesund ist wie wir es jahrelang geglaubt haben. Allerdings werden Milchalternativen (noch) nicht in der Glasflasche angeboten. Perfekt machen kann man es also nicht.

Aber Joghurt in Plastikbechern, da weigere ich mich mittlerweile. Es gibt eine Sorte, die es im Mehrwegglas gibt und die ist ziemlich lecker. Gibt’s nur leider nicht im Discounter. Aber für dieses Joghurt im Glas gehe ich dann auch gerne noch mal extra los. Aber auch hier gilt für uns: Joghurtkonsum reduzieren.

 

Was wir sonst noch im Glas kaufen (und was es leider häufig auch in Plastik verpackt gibt): Ketchup, Senf und Co., Honig, Würstchen (Mila ist ein Würstchen-Junkie), Oliven. Das sind dann leider alles keine Mehrweggläser. Aber es hilft wenigstens den Plastikmüll zu reduzieren.

 

 

Frischetheke statt abgepackt

Wenn wir im Supermarkt unterwegs sind, kaufen wir nur von der Frischetheke. So weit, dass wir hier unsere eigenen Tupperboxen mitbringen und uns die Sachen dort einfüllen lassen, sind wir aber noch nicht. Und es ist soweit ich weiß auch nicht überall möglich. Aber der Schutz aus Papier und Plastikfolie ist immerhin kleiner, als die teilweise riesigen Umverpackungen bei abgepackten Sachen. Und ich will auch gar nicht wissen, was da so alles drin ist …

Die Supermarkt-Kette Edeka testet zurzeit ein Konzept, das sich hoffentlich durchsetzt: Mehrwegdosen statt Papier- oder Plastikverpackungen an der Wurst- und Käsetheke. Die Dosen werden im Markt gereinigt und können dann wiederverwendet werden. Zwar sind die Dosen auch aus Plastik, aber in erster Linie muss es mal darum gehen, dass die vielen Einweg-Plastikverpackungen abgeschafft werden.

 

Allermeistens holen wir den Aufschnitt aber auch bei unserer Marktschwärmerei. Allerdings ist er dort nicht großartig weniger verpackt, als an der Frischetheke. Dafür vom Biobauern (Stichwort: Artgerechte Haltung und CO2-Belastung). Die kleinen Plastiktüten vom Bauern, in denen der Aufschnitt drinsteckt, werfe ich aber nicht direkt weg, sondern verwende sie weiter, um bspw. übriggebliebene Brötchen einzuwickeln.

Im Discounter gibt es ja leider keine Frischetheke. Wenn wir dort mal Aufschnitt holen müssen, was aber mittlerweile sehr sehr selten vorkommt, versuche ich etwas zu nehmen, das keine riesige Umverpackung hat. Da gibt es schon Unterschiede.

 

 

Kein Obst und Gemüse, das in Plastik verpackt ist

Obst und Gemüse, das in Plastik verpackt ist, kaufen wir grundsätzlich nicht mehr. Manchmal habe ich das noch gemacht und dann die Plastikverpackung nach dem Bezahlen demonstrativ an der Kasse entfernt und da gelassen. Aber ich glaube es bringt mehr, wenn alle einfach dieses Plastikobst und -gemüse nicht mehr kaufen und die Lieferanten darauf sitzen bleiben. Es gibt immer auch eine lose Alternative. Und wenn nicht, verzichte ich drauf. Man muss auch nicht immer zu jeder Jahreszeit jedes Gemüse und jedes Obst haben. Das ist nämlich auch nicht gut für die Umwelt und unsere Gesundheit. (Weitere Ausführungen würden an dieser Stelle den Rahmen hier sprengen.)

Ich bin aktuell auch wieder zu den großen Tomaten übergegangen, weil es die kleinen Cocktailtomaten, die ich echt liebe, oft nur in Plastikverpackungen gibt.

Um die ganzen losen Teile nicht im Wagen herumfliegen zu lassen (die angebotenen dünnen Einweg-Plastiktüten bitte nicht nutzen), kannst du dir eine leere Papp- oder Holzkiste aus der Obst- und Gemüseabteilung nehmen und sie dort hinein legen. Oder aber du besorgst dir wiederverwendbare Obst- und Gemüsesäckchen. So wie z.B. diese hier:

Wiederverwendbare Obst- und Gemüsebeutel*

Ich habe übrigens die von Greenderella und eine aus dem Unverpacktladen in Witten.

 

Wenn es mal gar nicht geht und auch die Säckchen nicht helfen wie z.B. bei Erdbeeren. Die sind immer in einer Plastikschale und würden vermutlich den Transport im Säckchen nicht überstehen. Oder auch Rucola. Ich liebe Rucola. Dann mach ich es doch noch so, dass ich die Sachen in eine Papiertüte stecke (die ja in manchen Supermärkten wenigstens schon mal als Alternative zu den Plastiktüten ausliegen, aber auch für die Ökobilanz mehrfach verwendet werden sollten) und die Plastikverpackung im Supermarkt lasse. Was die anderen Leute von mir denken, wenn sie das sehen? Ich hoffe es macht Klick bei ihnen.

 

 

Brot und Brötchen vom Bäcker anstatt abgepackt

Unser Brot holen wir immer vom Bäcker. Problem: frisch geschnittenes Brot wird in eine Plastiktüte gesteckt. Und leider bleibt so ein geschnittenes Brot in einer Plastiktüte länger frisch und weich und saftig. Ich könnte jetzt sagen, dass das Brot nicht geschnitten werden soll, aber selber schneiden finde ich tatsächlich zu anstrengend. Es wird auch immer schief und krumm und viel zu dick (und nein, ich möchte keine Brotmaschine). Deshalb suchen wir uns ein Brot, das auch ohne Tüte frisch bleibt. Das ist z.B. Brot mit Möhren drin oder ganz vielen Körnern. Hier kann man auf eine Plastiktüte verzichten. Man muss nur dran denken, schnell genug sein und es rechtzeitig sagen. Das schaffen wir aktuell noch nicht ganz, aber wir bleiben dran. Alternativ: eine große Box mitbringen, in die das Brot reingelegt werden kann.

Brötchen essen wir meistens nur am Wochenende beim Frühstück zu Hause. Allerdings sind wir hier tatsächlich zu faul morgens zum Bäcker zu laufen. Deshalb haben wir oft abgepackte Brötchen zum Aufbacken oder Toastbrötchen für den Toaster geholt. Mein neuestes Projekt ist es, das umzustellen. Bei den letzten Einkäufen habe ich das einfach nicht mehr gekauft, um uns quasi dazu zu zwingen zum Bäcker zu laufen. Hat nicht immer geklappt bzw. wir haben uns dann einfach ein Müsli gemacht 😀

Wie du siehst, sind wir auch nicht immer perfekt, aber wir versuchen immer mehr alte Gewohnheiten abzulegen. Denn wir wissen, wofür wir es tun.

 

 

Augen offen halten und Neues ausprobieren

Ansonsten achte einfach mal darauf wie manche Dinge verpackt sind. Entscheide dich lieber für die danebenstehende Alternative, die mit weitaus weniger Verpackung auskommt. Es gibt auch immer mehr Produkte, die Papier oder recycelte Pappe als Verpackung haben. Bei Müsli ist mir das z.B. teilweise aufgefallen. Dann probier doch einfach mal ein neues Müsli. Der Umwelt zuliebe. Und vielleicht schmeckt es dir ja sogar besser, als dein alt bewährtes.

 

 

Weniger kaufen

Falls du auch zu den Menschen gehörst, die am Ende der Woche viel zu viel wegschmeißen, dann schau doch mal, ob du einfach weniger kaufst. Das spart Verpackung und Geld. Und dieses Geld könntest du z.B. für „bessere“ Produkte ausgeben, die etwas teurer sind. Zum Beispiel Bio. (Es sei denn es handelt sich um eine Biogurke in Plastik verpackt, die lass liegen.)

Wir haben früher jede Menge weggeschmissen. Viel zu schade!! Heute schmeißen wir fast nichts mehr weg und ich schaue immer wie ich Reste noch verwerten kann. Wenn ich keine eigene Idee habe, liefert mir das Internet eine. Positiver Nebeneffekt: unsere Kammer quillt nicht mehr über mit Lebensmitteln, die wir sowieso niemals essen werden. Und wir haben so mehr Platz. Zum Beispiel für die Trinkflaschen und wiederverwendbaren Coffee-to-go-Becher 😉 (Siehe Beitrag: 5 einfache Dinge, die du tun kannst, um Plastik zu vermeiden.)

 

 

Gesund denken

Die Ernährung zu überdenken kann auch dazu beitragen Verpackungsmüll zu reduzieren. Wir kaufen bspw. keine Säfte (ganz selten mal Apfelsaft), keine Trinkpäckchen und deutlich weniger Süßigkeiten als früher. Überall ist nur viel zu viel Zucker drin und gerade Süßigkeiten sind oft mehrfach verpackt. Wie wir das mit Mila so hinkriegen? Dazu schreibe ich noch einen extra Beitrag. Aber grundsätzlich war das für uns keine große Umstellung, weil wir uns immer schon gesund ernährt haben.

Was wir früher allerdings häufig gekauft haben, ist Fleisch aus der Kühltheke vom Discounter. Das in den großen sperrigen Plastikverpackungen. Was so schön günstig ist. Machen wir heute nicht mehr. Wir essen mittlerweile sehr fleischreduziert und wenn wir welches kaufen, dann bei unserer Marktschwärmerei oder zur Not von der Frischetheke.

Mein Ziel ist es aktuell nur noch einmal die Woche Fleisch zu essen. Dazu zähle ich auch Geflügel und Fisch. Das hat für mich einen speziellen Grund: Stichwort Massentierhaltung und dessen Auswirkung auf Tier, Mensch und Umwelt. Hier nur mal zwei Dinge zum Nachdenken:

  1. Die Massentierhaltung ist zu 51% für die CO2-Belastung auf der Erde zuständig. Also mehr, als der gesamte weltweite Verkehr.
  2. Schon mal darüber nachgedacht wie vielen hungernden Menschen man mit dem Getreideanbau helfen könnte, welcher für die Massentierhaltung benötigt wird?

 

Mehr Infos dazu findest du z.B. hier: https://vebu.de/tiere-umwelt/umweltbelastung-durch-fleischkonsum/

 

 

Marktschwärmerei

Und jetzt erzähle ich noch kurz, was es mit der Marktschwärmerei auf sich hat. Das ist im Prinzip ein Feierabendmarkt. Also für alle, die keine Zeit haben auf dem Wochenmarkt einzukaufen. Auf der Internetplattform www.marktschwarmer.de (nach Anmeldung) bestellst du deine Produkte (saisonal, regional und aus artgerechter Haltung) direkt vom Bauern in der Umgebung und bezahlst per Kreditkarte oder Paypal. Und einmal die Woche gehst du zum Marktschwärmer-Treffpunkt (der in der Regel innerstädtisch liegt) und holst zwischen 17 und 18:30 Uhr deine Lebensmittel ab.

Total easy.

Die Marktschwärmer gibt es übrigens in mehreren Städten in Deutschland. Also schau doch gleich mal nach, ob auch deine Stadt dabei ist.

 

 

Das waren unsere Tipps zum Thema „Plastikreduziert Einkaufen“. Danke, dass du es gelesen hast! Und vielleicht probierst du das ein oder andere ja auch mal aus. Oder aber du bist schon Profi und hast selbst noch Tipps für mich. Dann schreib mir gerne oder hinterlasse einen Kommentar!

 

Hier geht’s zum ersten Beitrag aus der Reihe: Plastik- und Müllvermeidung im Alltag – 5 einfache Dinge, die du tun kannst

Wie das ganze Umdenken eigentlich bei uns angefangen hat, erfährst du hier: Meine Verwandlung zum Plastikrebell

 

 

*Die Produkte sind mit Affiliate-Links hinterlegt. Das heißt, wenn du über diesen Link das Produkt kaufst, bekommen wir ein paar Cent für die Reisekasse 🙂 Für dich ändert sich am Preis nichts!

Aber: Bevor du im Internet bestellst, schau doch auch mal, ob du das Produkt nicht auch bei dir im Laden um die Ecke kaufen kannst. Ist besser für die Ökobilanz und du unterstützt kleine Läden.

 

 

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