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Reisen mit Kind – Tipps und Tricks für Gute Laune

Reisen mit Kind

Dieser Beitrag ist für dich, wenn du es liebst zu reisen, wenn du Neues entdecken willst, wenn du viel sehen und das Land kennenlernen möchtest und eben nicht zwei oder mehr Wochen lang nur am Pool liegen willst, dich aber die eine Frage daran hindert: Wie mache ich das mit meinem Kind? Denn klar ist, Kinder (zumindest die meisten) würden am liebsten den ganzen Tag am Pool oder am Strand verbringen und sich auf riesigen Wasserrutschen vergnügen.

Das ist aber so gar nicht unser Ding. Wir nutzen zwar auch mal Clubanlagen, wenn es sich anbietet (es günstig ist und eine gute Alternative fehlt), als Abwechslung zwischendurch und weil wir wissen, dass Mila das toll findet. Aber wir könnten nicht den gesamten Urlaub dort verbringen. Wir wollen raus, etwas sehen und Land und Leute kennenlernen. Und außerdem bin ich sehr dagegen, wenn das Geld, das wir in die Reise stecken, am Ende nur den großen Konzernen zu Gute kommt und die Einheimischen nichts davon abbekommen.

Wir werden also häufig gefragt wie wir das denn so auf Reisen machen mit unserer Tochter. Ob es auch mal Probleme gibt, ob sie immer alles mitmacht und wie wir die gute Laune erhalten. Oft bekommen wir zu hören: „Das würde mein Kind nicht mitmachen.“ oder: „Da gäbe es den ganzen Tag Geschrei.“ Vor allem nach unserer Weltreise im letzten Jahr, tauchten die Fragen besonders oft auf. Da war Mila sechs Jahre. Mittlerweile ist sie eingeschult und wir sind (leider) auf die Ferien angewiesen. Das dazu 🙂

Unsere Weltreise war diesbezüglich tatsächlich auch eine Herausforderung, da wir fast immer in einfachen Unterkünften, ohne jegliche Kinderanimation oder sonstiges in der Art, übernachtet haben. Tja, wie machen wir das. Wir haben uns dafür keinen Plan oder eine bestimmte Taktik überlegt. Wir machen alles einfach nach Gefühl. Es gibt aber drei Grundprinzipien, die wir von Anfang an ganz automatisch befolgt haben:

  • Ein Kind fühlt ganz genau, wann du dich unsicher fühlst und reagiert entsprechend darauf: Nämlich genauso unsicher, was sich bei Kindern nun mal in Jammern und Quengeln zeigt. Heißt, aufs Reisen übertragen, wenn du das Reisen liebst und dich pudelwohl dabei fühlst die Welt zu entdecken, dann überträgt sich diese positive Energie auch auf dein Kind und es hat genauso Spaß daran wie du. Wir sind mit Mila schon von klein auf (da war sie ein halbes Jahr alt) immer gereist. Sie kennt das also schon und gehört für sie mit dazu. Wir lieben das Reisen und das spürt sie. Wenn du aber meist nur zu Hause warst oder maximal mal an die Ostsee (Ich liebe die Ostsee!) gefahren bist und dann plötzlich eine Weltreise oder längere Flugreise machen willst, könnte es natürlich schwierig werden. Tu also nur das, womit du dich wirklich wohl fühlst, dann hast du auch (meistens) ein gut gelauntes Kind. Und wenn es dann doch mal eine größere Reise sein soll, lass dir und deinem Kind genügend Zeit sich darauf vorzubereiten.

  • Setz dein Kind nicht immer an die erste Stelle. Das mag sich für den ein oder anderen vielleicht gemein anhören, aber was ich damit sagen will ist, dass wenn du dich selbst nicht wohl fühlst oder unzufrieden bist, überträgt sich das auch auf dein Kind (siehe oben). Mein Lieblingsspruch in dem Zusammenhang ist: Glückliche Eltern = Glückliche Kinder. (Gilt andersrum natürlich auch. Die Balance ist gefragt.) Das heißt jetzt nicht, dass du bei deinen Reisezielen nur auf dich achten sollst. Aber achte auch auf dich. Die meisten vergessen das. Wir versuchen immer einen Kompromiss zu finden und schauen, was uns wichtig ist und was für Mila wichtig ist. Alle müssen zufrieden sein. Und je mehr man reist, desto besser weiß man auch, was sein Kind auf Reisen braucht und was nicht unbedingt sein muss. Meistens reduziert sich das auf wenige Dinge. Denn eigentlich brauchen Kinder nicht viel. Wir schauen immer erst, wo wollen wir hin und was wollen wir sehen. Und dann suchen wir bspw. Route und Unterkünfte so aus, dass auch Mila ihren Spaß hat.

  • Dem Kind etwas zutrauen. Wenn wir den ganzen Tag nur damit beschäftigt sind darauf zu achten, dass nichts passiert und selber mit unseren eigenen Ängsten (es sind unsere Ängste, nicht die des Kindes) zu kämpfen haben, wird ein Kind sich schnell eingeschränkt fühlen und selbst total unsicher werden. Auch das zeigt sich wieder in Jammern und Quengeln. Natürlich soll es nicht von einer 10 Meter hohen Mauer springen oder nachts alleine durch die Gegend laufen. Aber das wird ein Kind auch nicht wollen. Die meisten Kinder wissen ganz genau, was sie sich zutrauen und was nicht. Und dann liegt es an den Eltern ihnen zu zeigen, dass man vertraut und sicher ist, dass es das schon schaffen wird. Dadurch bekommt es so viel Selbstvertrauen und ist so stolz auf sich. Und das erzeugt wiederum extrem gute Laune. Bei Mila ist das zumindest so. Sie fühlt sich viel freier, wenn sie nicht den ganzen Tag mit Argusaugen beobachtet wird. (Ja, in einer überfüllten fremden Stadt sollte man das Kind schon an die Hand nehmen und genau aufpassen. Aber du weißt, was ich meine.)

Ansonsten ist jedes Kind natürlich auch ganz individuell und hat entsprechend ganz individuelle Bedürfnisse, auf die ganz klar geachtet werden muss. Ich muss zugeben, dass Mila wirklich pflegeleicht ist und sie schon vom Typ her einfach viel positive Energie und Fantasie hat. Heißt, sie liebt es sich zu bewegen (mit klettern können wir sie z.B. immer locken, genau wie mit schwimmen) und weiß sich auch mit den kleinsten Dingen zu beschäftigen und sei es nur ein kleiner Stock oder zwei Steine, mit denen sie „zaubern“ kann. Dazu schläft sie gerne und lang, hat aber auch kein Problem damit, wenn wir sie mitten in der Nacht wecken müssen, weil unser Flieger geht. Das ist aber auch immer eine Sache der Motivation. Wenn wir erzählen, dass wir wieder ein spannendes Abenteuer erleben und wir wieder ganz viel tolle Sachen entdecken, dann ist sie selbst ganz aufgeregt und kann es nicht erwarten aus dem Bett zu hüpfen. Wenn wir ihr natürlich das Gefühl geben wie blöd wir es finden, dass wir mitten in der Nacht aufstehen müssen und ja soooo müde sind, dann würde sie unsere Laune vermutlich übernehmen.

Das einzige Problem ist, dass sie sehr wählerisch beim Essen ist. Daran hat selbst die Weltreise nichts geändert. Sie probiert ungerne etwas Neues und Bekanntes mag sie nur, wenn es exakt so wie zu Hause zubereitet ist. Das hat uns tatsächlich schon vor so manche Herausforderung gestellt. Dazu aber mehr weiter unten.

Kommen wir jetzt also zu den einzelnen Reisen mit Kind Tipps, die wir geben können und die wir selbst anwenden:

1. Reisen mit Kind: Im Flieger

Schlafen

Am besten ist natürlich immer, wenn es ein Nachtflug ist. Denn dann schlafen selbst die aktivsten Kinder irgendwann ein. Hier darauf achten, dass du möglichst in der ersten Reihe sitzt, da du dort mehr Beinfreiheit hast. Und gerade auf Langstreckenflügen befindet sich dort auch immer eine an die Wand hängbare Babyschale für Kinder unter 2 Jahren (Kinder bis 2 Jahre fliegen übrigens noch umsonst mit.)

Auf Langstreckenflügen buchen wir unsere Sitzplätze außerdem immer so, dass zwischen uns ein Platz frei bleibt, der dann meistens auch wirklich frei bleibt. Klappt natürlich nur in einer Vierer-Reihe. Wir buchen also Platz A, B und D. C bleibt dann meistens frei und Mila hat ausreichend Platz sich hinzulegen.

Unterhaltung

Mila hat immer einen eigenen kleinen Kinderrucksack dabei, wo alle ihre Dinge drin sind, die sie braucht. Wir überlegen vorher mit ihr gemeinsam, was sinnvoll wäre mitzunehmen. So dass sie hinterher auch nicht sagen kann: „Mama, das wollte ich gar nicht.“ oder: „Wieso hast du das nicht mitgenommen?!“ (Haha, erstes Streitpotenzial schon mal im Keim erstickt 🙂 )

Reisen mit Kind Tipps

Was hat sie dabei: Mal- und/oder Stickerbuch, weiße leere Blätter, ein Etui mit ihren Lieblingsstiften, 2-3 Pixiebücher (zum Vorlesen oder selber lesen), einen MP3 Player mit vielen, vielen Hörbüchern drauf (aktuell Bibi Blocksberg), einen Kinderkopfhörer (mit begrenzter Lautstärke), ihre Lieblingspuppe, ihr Schnuffeltuch, Mau-Mau Spiel, Quartettspiel.

Was habe ich für sie dabei: Nasenspray (für kurz vor Start und Landung gegen den Ohrendruck), Gummibärchen (ebenfalls gegen den Ohrendruck oder auch für zwischendurch; Mila liebt Gummibärchen), Zahnbürste, Zahnpasta, Brötchen o.ä. (das Flugzeugessen mag sie meistens nicht), Stoppersocken für die Bequemlichkeit und rumlaufen ohne Schuhe, einen kleinen Waschlappen zum Gesicht erfrischen oder aufwischen von gekleckertem. Und was immer gut kommt, eine Überraschung dabeihaben, von der sie noch nichts weiß. Zum Beispiel ein neues Pixibuch, Aufkleber, eine Zeitschrift, ein Stickerbuch, einen besonderen Stift, Rätselbücher oder ein kleines Reisespiel. Da leuchten ihre Augen dann jedes Mal.

Hier mal eine kleine Auswahl von Produkten, die Mila hat oder so ähnlich schon hatte (Amazon Links*):

Schritt-für-Schritt. Zeichenschule ab 6 Jahren*

Zauberhafte Meerjungfrauen – Rätseln und Ausmalen. Ab 6 Jahre*

Mandala-Lichterzauber – Fabelwesen*

Mein großer Sticker-Weltatlas*

Mein Sticker-Meerjungfrauenbuch*

Mein Ruckzuck-Rätselblock für gute Laune ab 6 Jahre*

Kindergarten-Rätselspaß für unterwegs*

Buntstifte Colour Grip, 12er*

MP3 Player*

Kopfhörer für Kinder mit begrenzter Lautstärke*

Mau Mau Kartenspiel*

Prinzessin Mina Junior-Romme, Kartenspiel*

Wo wachsen Kekse Quartett*

Fernweh Karten-und Würfelspiele für unterwegs, 15 Spiele*

6 kleine Spiele im Set*

Tablet, Filme und Co.: Ich habe auf einem Langstreckenflug absolut nichts dagegen, wenn sie stundenlang Filme schaut oder Spiele auf dem Tablet spielt (das wir übrigens auch immer dabei haben). Hauptsache sie hat ihren Spaß und ich komme so dann auch mal dazu in Ruhe ein Buch zu lesen. Folgende Apps habe ich für gut befunden und machen ihr auch Spaß:

  • alles von Fiete (Fiete Farm, Fiete Match, Fiete Cars, Fiete Maths, Fiete Islands, Fiete Choice)
  • Piano
  • Duplo Trains (auch für kleinere Kinder, Mila liebt es immer noch)
  • Conni ABC
  • Capt’n Sharky Logik, Englisch, Zahlen und Buchstaben (Vorschule)
  • Letterschool (Buchstaben schreiben lernen)
  • Die Maus
  • TodoMath (Rechenaufgaben, Logikaufgaben)
  • TicTacToe
  • Sea Battle (Schiffe versenken)
  • Frau Holle (Vorlesen und selber lesen)
  • Dot to Dot (Punkte verbinden, auch für kleinere Kinder)
  • Malen für Kinder (auch für Kleinere)

Die folgenden Spiele sind wohl pädagogisch gesehen weniger wertvoll, machen aber Spaß. Und auch das ist wichtig 😉 :

  • Subway Surf
  • Minion Rush
  • Helix Jump
  • Pac-Man
  • Miraculous (Lady Bug)
  • Mario Run

Ansonsten: Kuscheln, Geschichten erzählen, rumlaufen (Mila findet es immer total spannend alleine rumzulaufen. Oft wird sie auch von dem ein oder anderen angequatscht, der sich dann eine Zeit lang mit ihr beschäftigt 😉 ), zeigen, wo man gerade vorbeifliegt und noch mal darauf vorbereiten, was es in dem neuen Land schönes zu entdecken gibt. Hierzu gibt es tolle Kinderreiseführer von World for Kids (Amazon Link*):

2. Reisen mit Kind: In der Unterkunft

In eine neue Unterkunft zu kommen ist eigentlich immer spannend. Kinder lieben es erst mal alles zu erkunden und in jede Ecke zu schauen. Also einfach machen lassen und in der Zeit die Taschen auspacken. Wir begutachten auch immer zusammen Mila’s Bett und tun so, als wären wir neidisch darauf. Auch, wenn es gar nicht so ist. „Deins ist ja soooo gemütlich, unsers nicht.“ (Bis 8 Jahre funktioniert das auch noch.) Damit geben wir ihr das Gefühl ein ganz besonderes Bett zu haben und sie kann es dann auch meist gar nicht erwarten darin zu schlafen und es sich gemütlich zu machen.

Reisen mit Kind Tipps
Selbstgebautes Bett mit Luftmatratze, weil wir nur ein Doppelzimmer gebucht hatten.

Danach am besten das Hotel, die Anlage, das Hostel etc. erkunden und erklären, wo was ist. Sobald man sich auskennt, fühlt man sich wohler. Ist ja bei uns Erwachsenen auch so. Schauen, wo vielleicht noch andere Familien mit Kindern sind und den ersten Kontakt knüpfen. (Falls das Kind das nicht schon von alleine macht. Bei Mila ist es mal so und mal so.)

Nachts auf die Toilette: Hierfür haben wir einen tollen Tipp. Damit niemand im Dunkeln gegen den Bettpfosten stößt und sich womöglich noch die Zehen bricht und auch nicht mitten in der Nacht die Festbeleuchtung angeknipst werden muss, stellen wir immer kleine Lampen auf, die bei Dunkelheit auf Bewegung reagieren. Eine kommt neben das Bett und eine ins Bad auf den Boden. Wenn also einer nachts aufstehen muss, dann geht ein kleines angenehmes Licht an, so dass man gut sehen kann, aber ohne das alle aufwachen oder man sich irgendwo stößt. Wir nutzen diese Lampen: LED Nachtlicht mit Bewegungssensor (3er Set)*

3. Reisen mit Kind: Stadtbesichtigungen

Stadtbesichtigungen sind für Kinder oft langweilig, weil sie viel laufen und sich Dinge anschauen müssen, die sie nicht interessieren. Wir checken vorher also immer, wo es denn auch was für Kinder gibt. Und bisher gab es noch keine Stadt, in der es nichts für sie gab. Unsere Tour durch eine Stadt sieht so aus:

Laufen/etwas anschauen – Pause auf einem Spielplatz – Laufen/etwas Anschauen – Pause in einem Park (mit Spielplatz) – Laufen/etwas Anschauen – Eis essen – Laufen/etwas anschauen – Mila darf sich ein kleines Souvenir aussuchen usw.

Pause im Park, Santiago de Chile
Pause im Park. Mila kann noch, ich nicht 😀
Spielplatz in Südafrika
Sobald sie etwas zum Klettern oder einen Stock in der Hand hat, ist sie happy 🙂
Reisen mit Kind

Bevor die Stimmung also droht zu kippen, sehen wir immer zu, dass es wieder einen kleinen Motivationsschub gibt. Grundsätzlich schauen wir auch, dass Mila immer mit in die Tagesplanung einbezogen wird. Für sie gibt es bspw. fast nichts Schöneres, als stundenlang im Pool zu sein. Also, wann immer wir einen Pool in der Unterkunft haben (das ist auch so ein Punkt, auf den wir besonders achten, denn für Mila’s gute Laune ist ein Pool goldwert), planen wir dafür Zeit am Tag ein. (Auch wenn ich das überhaupt nicht mag, am Pool rumliegen, aber wie gesagt, alle müssen zufrieden sein.) Das gibt ihr auch das Gefühl, dass nicht nur wir als Eltern bestimmen, wodurch sie sich ernst genommen fühlt. Und das gibt wieder, genau, gute Laune.

Reisen mit Kind
Ein Pool ist für Mila einfach mit das Größte, also planen wir das mit ein.

Auf unserer Reise hat Mila auch ein kleines Reisebudget von uns bekommen, so dass sie immer, wenn sie gerne etwas haben wollte, selbst entscheiden konnte, ob sie es sich kauft. (Ich hab natürlich schon darauf geachtet, dass es kein Unsinn ist.)

4. Reisen mit Kind: Spaziergänge und Wanderungen

Auch das steht oftmals nicht auf der Wunschliste von Kindern. Wir versuchen es immer möglichst spannend zu machen, gehen auf Tier- oder Pflanzensuche, machen Wettrennen (Wer als erster an der nächsten Kreuzung ist…), entdecken geheimnisvolle Löcher, klettern auf Felsen, finden Wanderstöcke und haben immer eine kleine süße Motivation im Rucksack. Motivation ist außerdem alles. Am Ende wartet immer ein tolles Ziel. Ein großer Spielplatz, ein Strand, ein Pool oder irgendeine andere Attraktion, die Kinderherzen höher schlagen lässt. Und wenn wir mit Begeisterung dabei sind, können wir Mila meistens mitziehen. Manchmal bekommt sie auch Aufgaben wie z.B. die schönste Muschel finden („Vorher können wir leider nicht nach Hause.“ Gut bei langen Strandspaziergängen.) oder eine Sandfigur bauen (wenn man z.B. in Ruhe den Sonnenuntergang anschauen möchte). Kinder sind eigentlich relativ leicht zu begeistern. Manchmal muss man ein bisschen kreativ sein. Viel Lob hilft bekanntlich auch: „Dass du so gut und lange laufen kannst, das hätte ich nicht gedacht, ich bin richtig stolz auf dich. Klasse!“

Sandbilder bauen
Sand-Delphin 🙂
Muscheln sammeln am Strand von Jeffreys Bay, Südafrika
Muscheln sammeln

Tobias ist übrigens auch ein guter Geschichtenerzähler, da vergisst Mila oft, dass sie schon wieder ein ganzes Stück gelaufen ist. Und wenn dann doch mal Sätze wie: „Ich kann nicht mehr.“ oder: „Ich hab keine Lust mehr.“ kommen und das auch zu recht, dann hilft es zumindest bei Mila auch immer, wenn ich ihr zustimme. Ihr also z.B. sage: „Ja, du hast recht, wir sind wirklich lange gelaufen und ich kann auch langsam nicht mehr.“ Dann fühlt sie sich verstanden und ist direkt wieder motivierter.

Reisen mit Kind
Verständnis zeigen, ein Stück tragen (noch geht es) und dann läuft’s wieder.

5. Reisen mit Kind: Im Restaurant

Wenn es irgendwie möglich ist, suchen wir uns Restaurants aus, die eine Spielecke oder einen Spielplatz dabei haben. Das schauen wir ganz einfach bei TripAdvisor oder Google nach. Falls nichts davon dabei ist, haben wir (fast) immer etwas zur Beschäftigung mit (siehe Liste Flugzeug). Und falls wir mal vergessen was mitzunehmen (das passiert auch), hat der Kellner zumindest einen Kugelschreiber und ein Blatt Papier zum Malen, Käsekästchen spielen oder Wörter raten: Man schreibt den ersten Buchstaben eines Begriffs aus einer vorher festgelegten Kategorie auf und der andere muss raten, welcher Begriff gemeint ist. Man darf dann, wenn man nicht weiter kommt, nach dem zweiten, dritten usw. Buchstaben fragen.

Ein weiteres Spiel ist das Würfel-Strich-Mal-Spiel. Dafür brauchst du einen Würfel (kann man immer in der Tasche haben), ein Blatt Papier und einen Stift. Es wird gewürfelt und je nachdem, welche Zahl erscheint, malt man entsprechend viele Striche auf das Blatt, die am Ende aber etwas ergeben müssen wie z.B. ein Haus. Der andere weiß das aber nicht. Er malt dann seine Striche dazu. Und so entsteht am Ende ein lustiges Bild.

Essen bestellen: Falls Vorspeisen bestellt werden, ist es hilfreich, dem Kellner Bescheid zu geben, dass das Essen für das Kind zusammen mit den Vorspeisen gebracht wird. So vermeidest du unnötiges Gequengel, weil du schon essen darfst und das Kind ja soooo einen Hunger hat und noch nichts hat.

6. Kinder dürfen auch mal schlechte Laune haben

Ja, das geht ja auch gar nicht anders. Auch Mila findet nicht immer alles toll und ist mal bockig oder beleidigt. Manchmal auch alles zusammen. Dann müssen wir das auch mal aushalten. Wichtig ist: Erklären. Wenn wir ihr einfach nur sagen: „Das geht jetzt nicht.“ oder: „Lass das.“, dann bewirken wir meistens nicht viel. Wenn wir aber erklären, warum etwas jetzt nicht geht, dann versteht sie es besser. Hilft nicht immer und manchmal quengelt sie dann auch so lange, bis sie ihr Ziel erreicht hat. Aber auch wir sind nicht perfekt 😉

Schlechte Laune ist ok
Reisen mit Kind
😀

7. Reisen mit Kind: Die Sache mit dem Essen

Kommen wir zu einem für uns etwas schwierigerem Thema: das Essen. Mila ist wie oben schon geschrieben sehr wählerisch. Obst, das sie nicht kennt? No way. Gemüse gebraten oder gekocht? Iiiieehhh. Saucen bitte, wenn überhaupt, so neben die Nudeln oder den Reis (Kartoffeln gehen gar nicht) platzieren, dass sie möglichst nicht miteinander in Berührung kommen. Mal etwas probieren? Funktioniert nur in einem Zustand höchster Zufriedenheit, gepaart mit extrem guter Laune. Oder mit einem Trick (siehe unten).

Besonders in Ländern, in denen es keine belegten Brote oder Brötchen gibt und nur selten mal normale Nudeln oder Pizza wie beim Lieblingsitaliener, ist es nicht einfach. Ich habe keine Ahnung, woher sie das hat. Denn wir leben ihr etwas völlig anderes vor. Wir lieben es das für das Land typische Essen zu probieren, essen an Garküchen und mögen Obst und Gemüse in allen Variationen. Letztendlich ist sie aber noch nie verhungert und ich vertraue auch einfach darauf, dass sie schon essen wird, wenn der Hunger sie umtreibt. Auch, wenn es nicht gerade ihr Lieblingsgericht ist. Und das ist das Wichtigste: entspannt bleiben. Und wenn sie sich mal tagelang nur von Pommes, Keksen und trockenem Reis ernährt, dann ist das eben so. Diese Zeit gab es auf unserer Reise tatsächlich und es hat ihr dann irgendwann so zum Hals rausgehangen, dass sie freiwillig etwas Neues probiert hat. Und siehe da, es hat ihr sogar geschmeckt.

Essen mit Kind in Südostasien
In Thailand: Toast mit Schinken aus dem 7 Eleven. Da waren die Mittagessen gerettet.
Reisen mit Kind
Das einzige Obst, das sie in ganz Südostasien gegessen hat.
Reisen mit Kind
Streetfood in Thailand: gebratenes Hähnchen am Spieß, das ihren Wünschen einigermaßen entsprach.
Pho Suppe in Vietnam
Selbst gekochte Pho-Suppe in Vietnam, die gut ankam. Ein Erfolg :-))

Was wir sonst noch machen:

  • Ich nehme vom Frühstück immer eine Dose mit, um Brot, Brötchen und Apfel für später einzupacken.
  • Wann immer ich unterwegs etwas entdecke, das ihr schmecken könnte, frage ich sie, ob sie es haben möchte. Auch, wenn sie gerade keinen Hunger hat. Denn wenn sie dann Hunger hat, finden wir garantiert nichts.
  • Wenn wir etwas essen, bei dem wir der Meinung sind, dass es ihr schmecken könnte und sie aber nicht probieren will, sagen wir: „Zum Glück magst du das nicht, dann kann ich das ganz alleine essen. Da bin ich aber froh.“ Während wir das sagen, schieben wir den Teller immer weiter weg von ihr. Das spornt sie an, es doch probieren zu wollen. Wir machen dann weiter mit: „Aber nur ein kleines bisschen probieren, das ist so lecker.“ Häufig war es dann schon so, dass sie uns den halben Teller weggegessen hat. Und beim nächsten Mal, hat sie das Gericht dann ganz von alleine bestellt, weil es ihr wirklich geschmeckt hat. Dieser Trick klappt sicher nicht mit jedem Kind, bei Mila aber sehr gut.
  • Für längere Autofahrten oder Flüge nehme ich meist gekochte, kalte Nudeln in einer Dose mit. Mila liebt das und so kommt erst gar keine Quengelei wegen Hunger und ich-finde-nichts-das-mir-schmeckt auf.
  • Wenn wir wissen, dass wir in ein Restaurant gehen, in dem Mila vermutlich nichts finden wird, das sie essen möchte und in dem es auch keine Kinderkarte gibt, besorgen wir ihr vorher schon was an einem Imbisstand, im Supermarkt o.ä. Dann ist sie nämlich satt und wir können in Ruhe essen, während sie ganz entspannt ein Bild malt.

Fazit

Motivation ist das A und O. Dazu gehört: Es spannend machen, etwas Tolles in Aussicht stellen, das Kind auch mal bestimmen lassen, Belohnungen in Form von Lob, extra Krauleinheiten am Abend (Mila liebt das), kleinen Süßigkeiten oder sonstigen Kleinigkeiten. Zu wissen, was das Kind besonders gerne macht und das in den Tagesablauf mit integrieren. Zwischendurch immer mal fragen: Was würdest du jetzt gerne machen? Und versuchen diesen Wunsch zu berücksichtigen. Falls das in dem Moment nicht möglich ist, dann den Wunsch in greifbare Nähe setzen. Wichtig dabei: das Versprechen immer einhalten! Und noch wichtig: Verständnis zeigen, wenn das Quengeln gerechtfertigt ist.

Ich hoffe dir hat dieser Beitrag gefallen und du konntest etwas für dich mitnehmen. Falls du noch weitere gute Tipps hast, dann schreib das gerne in die Kommentare!

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2 Gedanken zu „Reisen mit Kind – Tipps und Tricks für Gute Laune

  1. Hallo ihr Weltreisenden, ein schöner Artikel. Ich habe während des Lesens bei fast allen Punkten nur genickt, denn wir handhaben auf unserer aktuellen Reise und auch sonst, wenn wir unterwegs sind mit Kind vieles Ähnlich.

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